Keine Vorstellung von einem Gott (es gibt allerdings die „Seins-Ebene der Götter“, Wesen wie du und ich, nur in einem höheren Seins-Zustand (siehe unten, Wiedergeburt).
Sie haben zwar ein besseres Leben als wir – nicht aber die Möglichkeit, unser Schicksal zu bestimmen wie griechische Götter oder der christliche Gott). Viele bei uns im Zusammenhang mit „Gott“ wichtigen Begriffe existieren so nicht: Gebet (die Bezeichnungen „GebetsmĂŒhlen“ oder „Gebetsfahnen“ sind daher irrefĂŒhrend), Wunder, SĂŒnde, Gnade, Vergebung, Strafe, JĂŒngstes Gericht, Hölle, ewiges Leben, Paradies.

DafĂŒr die Überzeugung, dass fĂŒr das ganze Sein (also auch fĂŒr alle „Götter“ ein naturwissenschaftlich-ethisches „Weltgesetz“ gilt („Dharma“), das wir im Detail allerdings nicht kennen, es zeigt sich nur indirekt im ganzen Kosmos, in der Natur. Wir selbst sind Teil der Natur, es gibt keine Umwelt, nur Mitwelt. Im Buddhismus geht es immer um „alle fĂŒhlenden Wesen“.

Einzelne Aspekte dieser GesetzmĂ€ĂŸigkeiten (Dharma) sind:

  1. Die von uns wahrnehmbare „Wirklichkeit“ erscheint uns individuell und subjektiv in bestimmter Weise. Im Buddhismus wird alles Seiende als Schein („Maya“) bezeichnet, einem TrĂ€ume oder einem Spiegelbild vergleichbar. Als „objektiv vorhanden“ könnte man nur den Urgrund unseres Seins, das Potential, das alle Erscheinungen (z.B. auch den Buddha und uns selbst) hervorbringt, angesehen werden, „ Leerheit“ („Sunyata“) genannt. Diese allem Seienden zugrunde liegende „Leerheit“ offenbart sich dem Menschen erst in der „Erleuchtung“.
  2. Alles außer dem Dharma selbst ist in stetigem Wandel und der VerĂ€nderung unterworfen, dies gilt auch fĂŒr uns selbst, wir können nichts festhalten. Es gibt schöpferische, erhaltende und zerstörerische KrĂ€fte / Möglichkeiten / Strukturen.
  3. Von zentraler Bedeutung ist das Gesetz von Ursache und Wirkung („Karma“): Karma hat nichts mit unserem Begriff Schicksal oder dem islamischen Kismet zu tun! Es bedeutet lediglich: alles, was wir tun oder denken wirkt sich aus, wir können nichts tun in der Hoffnung, es bliebe ohne Auswirkung, wir können nichts ungeschehen machen (bereuen allein nĂŒtzt da gar nichts; wir können dann nur wieder etwas tun, was sich positiv auswirkt). Als positiv wird dabei Wohlwollen, GĂŒte und MitfĂŒhlen betrachtet, sowie alles, was Leid mindert; als negativ alles, was zu Leid fĂŒhrt oder Leid verstĂ€rkt.
  4. Die Buddhisten betrachten die Wiedergeburt ebenfalls als eine dieser grundlegenden GesetzmĂ€ĂŸigkeiten. Es gibt verschiedene Seins-ZustĂ€nde, die man als Auswirkung des von einem selbst verursachten Karmas erreicht. Man kann z.B. aufsteigen in die komfortableren Seins-Ebenen der guten Geister oder der Götter aber auch absteigen in die leidvolleren der hungrigen Geister oder der Tiere. Man kann also jederzeit als Tier wiedergeboren werden. Ziel des BemĂŒhens ist es, auszusteigen aus diesem letztlich doch als leidvoll betrachteten Kreislauf der Wiedergeburten um schließlich in völliger Auflösung seines Seins zu verwehen, zu verlöschen im „Nirvāna“ (also keine Art von Weiterexistenz im Nirvāna, das kein Paradies mit ewigem Leben ist!).